Mit Informationen über unsere Kritik am geplanten Ausbau der B 49 zwischen Montabaur und Neuhäusel versorgten Aktivist*innen der Gruppe „Stoppt den B-49-Ausbau“ die Passanten auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Montabaur. (Foto: Privat)
LBM: Leistungsfähigkeit der B 49 ausbauen
In einer E-Mail-Korrespondenz vom November 2021 zwischen der Kreisarbeitsgruppe Verkehr (KAG) von Bündnis 90/Die Grünen im Westerwaldkreis, vertreten durch Dr. Ine Schmale, beantwortete der damalige Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Diez, Lutz Nink, eine Reihe von Fragen zum geplanten Ausbau der B 49 zwischen Neuhäusel und Montabaur.
Dabei erklärte Nink zunächst, „dass vorgesehen ist, die B 49 zwischen der A 3 und der B 42 richtlinienkonform auszubauen. Der überwiegende Teil der Strecke entspricht bereits heute den Anforderungen. Lediglich der Bereich zwischen dem Anschluss Horressen und dem Beginn der Umgehung Neuhäusel steht hier im Fokus. Die Gesamtstrecke haben wir dabei in zwei Planungsabschnitte unterteilt a) Anschluss L 327 (Horressen) bis Anschluss L 309 (Waldparkplatz) und b) Anschluss L 309 (Waldparkplatz) bis Umgehung Neuhäusel. Nur für den Planungsabschnitt b) haben wir mit der Planung begonnen. Insofern beziehen sich nachfolgende Aussagen ausschließlich auf diesen Abschnitt.“ Mehr über „LBM: Leistungsfähigkeit der B 49 ausbauen“ Lesen
B 49 – Ein Blick in die Geschichte
Die B 49 im Westerwaldkreis, ursprünglicher Streckenverlauf und Ausbaumaßnahmen bis heute
Ursprünglicher Streckenverlauf:

Eine Straßenverbindung zwischen Koblenz und Frankfurt a.M. über den Westerwald und den Taunus existiert nachweislich bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Der kurze Streckenabschnitt dieser überregional bedeutsamen Straße im Bereich des heutigen Westerwaldkreises markiert hier nahezu identisch den ursprünglichen Verlauf der B 49.
Bis 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) war der untere Westerwald Teil des Kurfürstentums Trier. Deren Straßenbauverwaltung errichtete entlang dieser wichtigen Straße zwischen Koblenz und Frankfurt im Jahre 1789 zahlreiche Meilensteine (auch Stundensteine genannt) von denen innerhalb der VG Montabaur heute noch 4 dieser historischen Wegmarken erhalten sind. Sie weisen auf den ursprünglichen Streckenverlauf dieser Städteverbindung und auch auf den der B 49 hin. Die Abbildung zeigt den Stundenstein am Hillscheider Stock im Streckenabschnitt der B 49 im Bereich der Montabaurer Höhe.
Der ursprüngliche Streckenverlauf der B 49 im Westerwaldkreis beginnend von der Kreisgrenze zum Landkreis Limburg-Weilburg bis Koblenz verlief nacheinander durch folgende Orte/Städte bzw. streifte diese: Görgeshausen -> Nentershausen -> Großholbach -> Stadt Montabaur (heutige Limburger Straße – Alleestraße – Bahnhofstraße – Kirchstraße – Koblenzer Straße – am Spießweihervorbei – heutige Anschlussstelle Horressen) -> über Steilstrecke Großer Herrgott -> Neuhäusel -> Stadt Koblenz (Arenberg – Niederberg – Ehrenbreitstein (Charlottenstraße – Hofstraße – Emser Straße) – Pfaffendorf- Rheinbrücke. Mehr über „B 49 – Ein Blick in die Geschichte“ Lesen
Gefährliche Ausbaupläne

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Diez plant den „richtlinienkonformen“ Ausbau der B 49 zwischen Montabaur und Neuhäusel. Begründet wird dieser Ausbau unter anderem mit der Verkehrssicherheit und der Überholmöglichkeit des Schwerlastverkehrs.
Die Umweltverbände NABU (Naturschutzbund Montabaur und Umgebung) und Naturschutzinitiative e.V., der Interessenverband ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Rheinland-Pfalz) sowie Bündnis 90/Die Grünen im Westerwald und die Kreisgruppe Westerwald des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) kritisieren dieses Vorhaben scharf: „In der heutigen Zeit, in der wir uns mit dem CO2-verursachten Klimawandel und der zunehmenden Inanspruchnahme von Flächen auseinandersetzen, ist eine solche Maßnahme mehr als kritisch zu betrachten und somit nachrangig zu behandeln“, so die Organisationen in einem Schreiben an das Bundesverkehrsministerium. Mehr über „Gefährliche Ausbaupläne“ Lesen
Folgen für wertvolle Lebensräume
Biologische Sicht auf den Ausbau der B49 – von Dr. Ine Schmale

Die B 49 quert das FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet Montabaurer Höhe mittig. Damit sind bereits große Probleme der Zerschneidung des FFH-Gebietes verbunden. Die Bundestraße trennt zudem die Kernzonen des Naturparks Nassau und damit wertvolle Lebensräume.
Das FFH-Gebiet Montabaurer Höhe wurde aufgrund der zusammenhängenden Buchenwaldfläche ausgewiesen. Aufgrund des enorm hohen Anteils an FFH-LRT (Lebensraumtyp)-Waldflächen entlang des Ausbauvorhabens ist mit einem nennenswerten Verlust an Fläche zu rechnen. Das Kronendach des Waldes würde mit dem Straßenausbau deutlich stärker geöffnet und die abfallende Schneise der Straße wie eine Kaltluftschneise wirken, indem frisch-feuchte Waldluft ausgeleitet wird. Der fließende Verkehr dürfte die „Ventilationswirkung“ der Straße dann noch deutlich verstärken. Mehr über „Folgen für wertvolle Lebensräume“ Lesen