Folgen für wertvolle Lebensräume

Biologische Sicht auf den Ausbau der B49 – von Dr. Ine Schmale

Das FFH-Gebiet „Montabaurer Höhe“.

Die B 49 quert das FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet Montabaurer Höhe mittig. Damit sind bereits große Probleme der Zerschneidung des FFH-Gebietes verbunden. Die Bundestraße trennt zudem die Kernzonen des Naturparks Nassau und damit wertvolle Lebensräume.

Das FFH-Gebiet Montabaurer Höhe wurde aufgrund der zusammenhängenden Buchenwaldfläche ausgewiesen. Aufgrund des enorm hohen Anteils an FFH-LRT (Lebensraumtyp)-Waldflächen entlang des Ausbauvorhabens ist mit einem nennenswerten Verlust an Fläche zu rechnen. Das Kronendach des Waldes würde mit dem Straßenausbau deutlich stärker geöffnet und die abfallende Schneise der Straße wie eine Kaltluftschneise wirken, indem frisch-feuchte Waldluft ausgeleitet wird. Der fließende Verkehr dürfte die „Ventilationswirkung“ der Straße dann noch deutlich verstärken.

Die klimatischen Extremjahre mit den großflächig abgestorbenen Fichtenwäldern geben Hinweise auch auf die Gefährdung des Buchenbestandes durch Austrocknung. Eine geschlossene Kronenschicht für
ein frisch-feuchtes Bestandsklima muss daher so weit wie möglich erhalten werden.

Durch die mittige Lage im FFH-Gebiet besteht bereits eine extreme Barriere für die Biotopvernetzung. Mit dem Ausbau ist ein Anstieg der durchschnittlichen Verkehrsgeschwindigkeit und des Verkehrsaufkommens, insbesondere auch des Schwerlastverkehrs, zu erwarten. Maßnahmen zur Reduktion der Zerschneidungswirkung sind notwendig, insbesondere die Errichtung der „notwendigen prioritären Grünbrücke“, wie bereits 2012 im Bundesprogramm Wiedervernetzung schriftlich festgehalten wurde.

Die B 49 verläuft auf einem herablaufenden Höhenrücken Richtung Montabaur. Von der Wasserscheide entspringen Bäche rechts und links der Straße. Durch die Entwässerung der Straße können die Oberläufe der Bäche geschädigt werden. Auch die Versickerung mit der schutzrelevanten Auffüllung der in dem Bereich vorhandenen Wasserschutzgebiete können negativ betroffen werden.

Den detaillierten Steckbrief zum FFH-Gebiet „Montabaurer Höhe“ findet man auf der Homepage von Natura 2000 Rheinland-Pfalz. Mit den Folgen eines Ausbaus für das FFH-Gebiet beschäftigt sich ein Papier der Naturschutzinitiative, das hier heruntergeladen werden kann.